Ritterturnier

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Turnier zu Ehren des neuen Kaisers Heinrich VII. ( aus dem Balduineum)

Wir haben es uns seit unserer Gründung im Jahre 1992 zur Aufgabe gemacht, unsere Freude an der Darstellung Hochmittelalterlicher Turniere einem wachsenden Publikum zu vermitteln. Dabei haben wir uns die Verpflichtung auferlegt, in möglichst realistischer Ausrüstung spannende Turnieratmosphäre wiederzugeben. Wir empfinden es als eine große Ehre, nach vielen Jahrhunderten die Ethik des Rittertums wieder hautnah erlebbar zu machen.

Wir repräsentieren historisch relevante Persönlichkeiten des hohen Mittelalters in heraldisch einwandfreier Ausstattung.

Turniere waren die Festtage des ritterlichen Standes. Hier trat der Adel und sein Umkreis – Ritter, Damen, Knappen, Höflinge, Sänger, Dichter – als kollektive Elite öffentlich in Erscheinung. Das „Sich Messen“ und „Sich Unterhalten“ waren die Hauptbestandteile des Turniers: Wettbewerb und Feier.

Der wichtigste Ursprung liegt bei den blutig ausgefochtenen Privatfehden französischer Barone. Die Auseinandersetzungen unterlagen bestimmten Regeln und wurden oft um der Ehre und Kriegstüchtigkeit willen unternommen. Mit dem Aufhören dieser „guerres privees“ entstand das Turnier als Wettkampf.

Beim Wettkampf legte man großen Wert auf ein strenges Reglement – natürlich unter Berücksichtigung des Feudalsystems. D.h., jeder Ritter, der an einem Turnier teilnehmen wollte, musste sich einer “Ehrenprüfung“ unterziehen, bei der man feststellte, ob Name, Wappen und familiäre Abstimmung ihn dazu berechtigten.

Die Teilnehmerzahl bewegte sich bei hochadeligen Turnieren zwischen 20 und 40, bei Großturnieren zwischen 200 und 4000 Rittern. Bevorzugte Termine waren die kirchlichen Feiertage wie Ostern und Pfingsten. Die Turniere dauerten 1 Woche.

Deutschland übernahm Anfang des 12. Jahrhunderts die ausgebildeten Formen mit den Bezeichnungen und Kampfarten (das 1. deutsche Turnier fand 1127 in Würzburg statt).

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Das Turnier, fr. Buchmalerei 1280

Als Höhepunkt der Kämpfe galt eine der Wirklichkeit nahekommende Reiterschlacht, bei der man zwei Gruppen mit je einem Anführer bildete. Man ließ sie unter kriegsähnlichen Bedingungen aufeinander losstürmen (volle Rüstung, stumpfe Waffen), bis eine Gruppe durch starke Dezimierungen unterlag.

Nur ein reicher Fürst hatte die Mittel, zu einem Turnier laden zu können.

Er zahlte die kostspieligen Vorbereitungen für das mehrere Tage dauernde Fest, das bei einer Burg oder auch in einer Stadt abgehalten wurde.

Er stiftete die Preise: Rüstungen, Waffen, Jagdhunde, Falken etc.

Die Teilnehmer fanden sich entsprechend früh mit großem Gefolge ein, und machten in der nahe liegenden Stadt oder in ihren mitgeführten Zelten am Turnierplatz Quartier. Sie hüllten sich in die schönsten Kleider, und entfalteten alle Pracht, um sich zur Schau zu stellen.

Vor dem eigentlichen Turnier fanden ausgedehnte Geschicklichkeitsspiele (Hastiludikum) statt, die so manchen Ritter von einer weiteren Teilnahme ausschlossen.

Rüstungen und Pferd des Besiegten gehörten dem Sieger und konnten gegen Geld ausgelöst werden, außerdem musste er dem Sieger die sog. „Sicherheit“ bieten, d.h., er musste im Kriegsfall an seiner Seite kämpfen.

Den Sieger erwartete nicht nur die Ehre und der Siegespreis, sondern auch die  Gunst der zahlreich anwesenden Damen...

Den Wettkämpfen folgte am Abend gesellschaftliche Unterhaltung: Tanzspiele, Vorträge von Sängern, Zechereien und amouröse Abenteuer. Im Mittelpunkt der Festlichkeiten standen die Damen, die schon am Tage – allen modischen Luxus entfaltend – auf den Tribünen die Vorgänge reizvoll gestalteten.

Den äußeren Rahmen bildeten die herbeigereisten Händler, Pferdehändler, Schmiede, Waffenschmiede, Schildermaler, Putzmacher, Gewandmacher, Geldverleiher, Gaukler,  Musikanten etc.

 

Kampf-Ritter-Gestech
Großes Landgrafenturnier auf Burg Herzberg

Der Tjost

Ein Zweikampf in Rüstung zu Pferd, bei dem der Gegner mit einem Lanzenstoß aus dem Sattel gehoben werden sollte. Entsprechend des Reglements konnte auch mit dem Schwert zu Fuß weitergekämpft werden.

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Der Tjost war erfolgreich

      Nach dem Turnier wird zum fürstlichen Bankett geladen.

Fürstliche Tafel
Bankett zu Ehren des neuen Königs Heinrich VII. v. Luxemburg 1308 ( aus dem Balduineum)
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